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Masters, sind das nicht die Alten oder AD/AH genannt, also „alte Damen/ Herren“? Die haben ein FISA World Rowing Masters? Ja, na klar doch. Wobei wir gleich am Anfang mal eins klar stellen müssen – Masters bedeutet alle über 27 Jahre bis ins hohe Alter und auch da wird auf dem höchstem Niveau gerudert. Frühere internationale Ruder-Größen, Quer- und Späteinsteiger sowie altbekannte Trainer tummeln sich auf diesen Veranstaltungen. Eine kleine Gruppe von Neptun-Masterruderern machten sich am ersten September-Wochenende per Auto auf nach Wien um dort sowohl die RVNK-Flagge, als auch die deutsche, hoch zu halten. Mit ihnen pilgerten ca. 3.800 Ruderer aus allen Teilen der Erde nach Wien, um sich auf der Weltmeisterschaftsstrecke zu messen und den Rudersport zu zelebrieren.
Das Team bestand aus Kurt Prosen, Mike Francetic und Sebastian Ahlhelm, unterstützt wurden sie von Susanne Prosen und Rebecca Lange. Wochenlang hatten sich die Drei auf dieses Event vorbereitet, 5-7 Einheiten pro Woche hatten die erfahrenen Ruderer im Skiff oder Doppelzweier verbracht. Akribisch wurden Start, Spurts und Streckenschlag antrainiert. Schon Tage vor der eigentlichen Abreise ging es los. Die Boote wurden netterweise vom befreundeten Ruderclub Arbon mitgenommen, so mussten das Skiff und der Doppelzweier nur dorthin gebracht werden. Die Regattastrecke in Wien ist genial, man kann dort von allen Seiten das Renngeschehen optimal verfolgen. Kurz hinter dem Ziel ist eine Brücke von der alle 8 Bahnen überblickt werden können. Die Wettkampfstrecke ist links und rechts von Wällen eingefasst, so dass die Boote vor Seitenwinden geschützt sind und die Zuschauern die Möglichkeit haben die Strecke besser zu überblicken. Die Rennen der Konstanzer Ruderer fanden Freitag und Samstag statt. Kurt und Mike waren das erste Boot des Neptuns, das im Doppelzweier der Klasse E (55-60 Jahre) an den Start ging. Bei leichtem Nieselregen aber sonst optimalen Bedingungen legten die beiden in Richtung Start ab. Da Kurt und Mike nicht viele Einheiten zusammen trainieren konnten, kam ihnen die leichte Startverzögerung entgegen, um sich noch besser aufeinander einzustellen. Gleich nach dem Start teilte sich das Feld in drei Gruppen auf – Kurt und Mike konnten sich im Mittelfeld positionieren. Nach einem gut plazierten Zwischenspurt nach 450m konnten sie sich in das vordere Mittelfeld vorarbeiten. Beim Endspurt kämpften die beiden Neptuner um Platz 3 und 4, mussten sich aber leider mit nach einem harten Zweikampf mit dem 4. Platz zufrieden geben. Am Nachmittag ging Sebastian im Skiff an den Start. Als jüngster des Teams startete er im stark besetzten Masters A (27 – 35 Jahre) Feld. Sebastian fuhr sein Rennen wie geplant, nach einem durch das italienische Boot verursachten Fehlstart fuhr er einen sehr starken zweiten Start. Er konnte sich nach den ersten 250m in die vordere Hälfte des Feldes schieben. Der Zwischenspurt passte perfekt, den Endspurt setzte er wie geplant an und kämpfte bis zum Ende um den 4. Platz, musste aber mit 3 Hundertstel geschlagen geben und war somit Fünfter im schnellsten Lauf seiner Klasse. Als Fazit hat sich Sebastian vorgenommen bis ins nächste Jahr ca. 10 sec. schneller zu werden. Mal sehen was im Winter alles möglich ist. Am Samstag bei strahlendem Sonnenschein, aber 4-5 Windstärken Gegenwind und stellenweise starke Windböen (Gott sei Dank nicht Seitenwind) präparierten unsere RVNKler die Boote wieder für zwei weitere sehr spannende Rennen. Es war geplant, dass Sebastian und Kurt im Doppelzweier der Klasse B (36 - 43 Jahre) an den Start gehen und am Nachmittag Kurt im Skiff der Klasse D (50-55 Jahre) antreten würde. Das Zweierteam verlängerte in weiser Voraussicht den Innenhebel der Skulls, damit sie bei so starkem Gegenwind auch auf die nötige Frequenz kommen würden. Auf dem Wasser erfuhren die beiden, dass ihr Rennen ca. eine halbe Stunde Verzug hatte. Perfekt, denn nun konnten Kurt und Sebastian nochmal anlegen und die Dollen höher stellen, um besser über die Wellen hinweg zu kommen. Kaum lagen sie in der Startbox wurde schon per Quickstart das Rennen eröffnet. Nach einem harten aber gut ausgeführten Start mussten die beiden sich erst durch den starken Gegenwind finden, was ihnen bestens gelang. Nach einem harten Zwischenspurt und einem früh angesetzten Endspurt konnten sie mit um die Plätze 4 und 5 kämpfen. Verbissen schoben sie sich im Endspurt Meter um Meter nach vorne – über die Ziellinie. Das Zielfoto musste entscheiden – leider zu Ungunsten der Konstanzer, wieder mussten sie sich um eine Hundertstel mit dem Platz 5 begnügen. Am Nachmittag griff Kurt noch einmal in das Renngeschehen ein. Er startete im Skiff der Klasse D und musste, wie auch am Morgen, gegen den starken Wind kämpfen und zusätzlich auf der ungünstigen Aussenbahn starten. Der Start missglückte vollkommen, da Kurt vom Starter noch ausgerichtet wurde, der nicht rechtzeitig los ließ und Kurt deshalb schon vom Start an über eine Länge zurück lag. Dennoch kämpfte sich Kurt durch die Wellen nach vorne vor. Im Ziel angekommen waren die Gegner zwei Hundertstel schneller und verwiesen Kurt auf den 4. Platz. Trotzdem ein gutes Ergebnis – in anderen Abteilungen wäre mit der geruderten Zeit eine bessere Platzierung möglich gewesen. Dennoch haben unsere RVNKler die World Rowing Masters in Wien sehr genossen und tollen Sport bis ins höchste Alter erlebt – die älteste Ruderin in Wien war 83 Jahre alt und kam aus Australien, der älteste Ruderer wohnt in der Schweiz und ist 91 Jahre alt!! Sie sind selber tolle Rennen gefahren, haben neuen Ansporn für das nächste Jahr gesammelt und natürlich viele Eindrücke mit an den See zurück genommen. Alle haben sich vorgenommen nächstes Jahr in München bei der Euro-Masters 2010 wieder an den Start zu gehen und diesmal mit einem großen Neptun-Team. Es lohnt sich! Bilder gibt's in der Galerie. |